François Bonjour
Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt
(Johann Wolfgang von Goethe)
(Johann Wolfgang von Goethe)
Verfolgt man die Entwicklung des malerischen Werkes François Bonjours, bemerkt man, dass es, insbesondere in den letzten Jahren, von einer gleichsam musikalischen Aura durchdrungen ist. Dies nicht nur, weil einige seiner Werke offensichtlich in Form einer Partitur komponiert sind, in einer Abfolge mehrstimmiger Reihungen unterschiedlicher Stimmungen und Farbtönungen; mehr noch, würde ich sagen - und in einer so markanten Weise, dass es zu einer stilistischen Eigenheit wird - wegen der ihnen eigenen Rhythmisierung. Wollte man Bonjours künstlerischen Werdegang nachvollziehen, würde rasch bewusst, dass die Beweglichkeit der Formen, der Rhythmus und die Freiheit der Zeichen schon immer zu den formalen Elementen gehören, nach denen der Künstler seit seinen Anfängen strebte, mit einer bemerkenswerten Beschleunigung seit 2004, als sich die Zeichen in wirkliche und eigentliche Schrift verwandelten und dabei jenen organischen Beiklang verloren, den man davor, von den Titeln bestätigt, noch hineinlesen konnte. Seit diesem Moment - ein echter Wendepunkt - wird der Schreibakt, die Wichtigkeit, welche Bonjour dem Gestus der Hand zuschreibt, die Dynamisierung der Linie, die Unmittelbarkeit des Zeichens zu seinem Markenzeichen, zur "Chiffre" seiner rhythmisch-musikalischen Auffassung des Kunstschaffens und daraus folgend seiner Art und Weise die Malfläche zu gestalten und zu klären.
Auszug aus dem Katalog "Ein Sprechen seit Anbeginn der Zeiten"
Text von Claudio Guarda
Text von Claudio Guarda